Vortrag mit Joachim Bruhn am 16.02.12

8 Jan

Vom Proletariat zum Pöbel. Eine andere Geschichte der deutschen Arbeiterklasse

Vortrag und Diskussion mit Joachim Bruhn (Initiative Sozialistisches Forum)

Café Trauma, Afföllerwiesen 3a 35039 Marburg

http://www.cafetrauma.de/index.php?pid=4

Beginn: 19 Uhr

 

Begriff und Sache der Klassengesellschaft haben ihre eigene, negative Dialektik. Im Resultat der Transformation der bürgerlichen in die kapitalisierte Gesellschaft ist „Klasse“ total und objektiv geworden – in dem Sinne genau der vermittlungslosen Anteilnahme an und der kollektiven Arbeitsteilung in der Verwertung des Kapitals. Eine „herrschende Klasse“ kann es so wenig noch geben wie eine proletarische; Subjektivität im irgendwie emphatischen Verstande, gar: die revolutionäre der Lohnarbeiter, ist so hoffnungslos wie der Generalstreik von Arbeitsbienen. Mehrwert, Ausbeutung, Profit: diese Kategorien bestehen fort, aber nur als quasi-naturwissenschaftlich zu konstatierende. Es ist dies das Resultat der allgemeinen Tendenz der Kapitalvergesellschaftung, die Produzenten des Reichtums als nur „lebendige „Arbeit“ und selbstbewußtes „variables Kapital“ zu setzen, die Tendenz genau, in der das Kapital seinen Begriff als die Gesellschaft selbst zu setzen strebt; eine Strebung, die der Nazi-Faschismus zur Wirklichkeit hat werden lassen. Ganz wider Willen enthüllt so die marxsche „Kritik der politischen Ökonomie“ die Verwandlung der Klassen in den allgemeinen Pöbel, ins willige Menschenmaterial – man muß nur, gegen alle linksdeutsche Ideologie, lesen können, man muß nur einmal die Perspektive umkehren, d.h. den marxschen Klassenbegriff als die Rekonstruktion der negativen Wahrheit verstehen, die Theodor W. Adorno dann 1942 in seinen „Reflektionen zur Klassentheorie“ zu Protokoll nehmen mußte.

Veranstalter:
AG Gesellschaftskritik;
Marburger Zustände
(http://marburgerzustaende.wordpress.com/)

 

Frei nach Habermas

6 Dez

Da es so schön war: die Habermas-Linke in Aktion.

 

 

Occupy: Ohne Worte

6 Dez

Heidegger in Marburg

23 Nov

Hingewiesen sei auf  zwei von der Linken Fachschaft 03 anlässlich einer Tagung der Martin-Heidegger-Gesellschaft in Marburg vom 25. – 27.11.11 geplanten Veranstaltungen.

„Heidegger und der Nationalsozialismus“

Ein Vortrag mit Emanuel Kapfinger und Paul Stephan

Mittwoch, 30.November, 19 Uhr, Philosophische Fakultät, Wilhelm-Röpke-Str. 6, Raum 01D05

„Heideggers Nachleben im Poststrukturalismus“
Ein Vortrag mit Martin Dornis

Freitag, 2. Dezember, 19 Uhr, Philosophische Fakultät, Wilhelm-Röpke-Str. 6, Raum 03B06

 

 mehr dazu:

 

 

Kritik der Religion – Kritik der Gesellschaft mit Leo Elser

17 Nov

Marburger Zustände lädt ein:

Kritik der Religion – Kritik der Gesellschaft

Referent: Leo Elser

Vortrag und Diskussion

Donnerstag, 08.12.11, 20 Uhr. Marburg an der Lahn

Seminarraum 6 im Hörsaalgebäude

Nach Marx ist die Kritik der Religion die Voraussetzung aller Kritik. Doch besteht auch in gottlosen Zeiten wie den unseren, in denen das Bekenntnis gegen die etablierte Religion zum guten Ton gehört, kein Mangel an Götzen, die der „durch seine Gesundheit erkrankte Menschenverstand“ (Adorno) aufbietet, um nur eines nicht werden zu müssen: Vernunft. Vernunft und Kritik, die in unvernünftigen Verhältnissen notwendig dasselbe sind, teilen mit der traditionellen Theologie aber ihren Bezug auf das Ganze und den Anspruch auf Wahrheit. So wie sich die bloße Meinung gegen die Kirche als Religionskritik missversteht, so auch die Meinung gegen die Banken als Kapitalismuskritik. Beides ist mitnichten „verkürzte Kritik“, die aufs richtige Maß zu verlängern sich linke Intellektuelle zur Aufgabe gemacht haben, sondern zum Ressentiment versteinerte Denkform dessen, was ohnehin ist, aber nicht mehr sein darf, wenn Vernunft wirklich werden soll.

Leo Elser schreibt für die Zeitschrift Bahamas und Pólemos, Bullarium der AG Kritische Theorie Nürnberg.
Eine Auswahl seiner Publikationen sind auf den Internetseiten (http://www.redaktion-bahamas.org/ und http://kritischetheorie.wordpress.com/category/plemos/) einzusehen.

Lektüretipps:

Leo Elser: Religionskritik und RessentimentDie Austreibung der Transzendenz wider alle Vernunft. In: Bahamas Nr. 61/2011.  online abrufbar unter: http://redaktion-bahamas.org/auswahl/web61-2.html

Carl Wiemer: Die Tressen des Paradieses. Bemerkungen zur Affinität von Katholizismus und Kritischer Theorie. In: Jungle World Nr.36/2011. online abrufbar unter: http://jungle-world.com/artikel/2011/36/43964.html

Lars Quadfasel: Gottes Spektakel. Zur Metakritik von Religion und Religionskritik. Dreiteilig in: Extrablatt Nr. 4; 5; 6. abrufbar unter: http://www.extrablatt-online.net/archiv.html

Zweites Jour-Fixe-Treffen: Elend des Antirassismus

15 Nov

„Nichts zeugt so sehr vom Bankrott der Linken wie das, was aus ihrem Rassismusbegriff geworden ist. Die Kritik des Rassismus meinte einmal die Kritik jeder Borniertheit. Der Rassismus wurde begriffen als Anschlag auf die Idee einer befreiten Menschheit, die ihre Geschicke selbst in die Hand nimmt und die Gesellschaft nach vernünftigen Maßstäben einrichtet. Was heute unter „Antirassismus“ verstanden wird, ist genau das Gegenteil jener Kritik: Parteinahme für jede mögliche Barbarei, wenn sie sich nur das Etikett „Kultur“ aufkleben kann. (…) „Antirassismus“ heißt heute, den Menschen, die in islamischen Ländern bzw. Communities leben müssen, ins Gesicht zu spucken. Nach Meinung der linken „Antirassisten“ haben sie nichts anderes verdient als den Islam.“ (kosmopolitbüro)

Das nächste Jour-Fixe-Treffen wird am 30.11.2011. um 20 Uhr in Raum 05C06 im C-Turm der PhilFak stattfinden.

Wegen Terminüberschneidung wird das Treffen auf den Mittwoch, 07.12.11 20 Uhr verschoben!

 

Die Texte, auf die wir uns bisher geeinigt haben, sind:

* Cafe Critique: Islamkritik und Politik im Namen des Volkszorns
http://redaktion-bahamas.org/auswahl/web56-1.html

* Clemens Nachtmann: Rasse und Individuum
http://www.redaktion-bahamas.org/auswahl/web58-3.html

* Fabian Kettner: Diskurstheorie
http://www.rote-ruhr-uni.com/cms/IMG/pdf/Kettner_Diskurstheorie.pdf

Was ist Kritik? Ein Diskussionsabend.

7 Nov

Kritik galt einst als der „Kopf der Leidenschaft“ (Marx). Im neuen Deutschland allerdings geht die Empörung der Wutbürger Hand in Hand mit der zutiefst „deutschen Kritikfeindschaft“ (Adorno); was kein Grund zur Überraschung ist, bringt doch jede Generation ihre Protestkultur hervor, stets als konformistische Rebellion gegen Verhältnisse, die zu kritisieren jedoch eine Ahnung dessen voraussetzt, was Kritik zu üben heißt.

Textgrundlage u.a. :

Dirk Braunstein: Kritik üben. In: Kettner; Mentz (Hg.): Theorie als Kritik.

Theodor W. Adorno: Kritik. In: GS 10.2

 

Mittwoch, 09.11.2011 

20 Uhr 

Raum: 05C06 im C-Turm der Philosophischen Fakultät

Jour Fixe – Reihe

2 Nov

Was ist Jour Fixe? 

In regelmäßigem Abstand will die Jour-Fixe-Reihe von Marburger Zustände in Marburg ein Format schaffen, um neben dem sonst tristen Alltag aus Arbeit und Studium kritischem Denken Raum und Zeit geben zu können.

Lesen. Filme schauen. Diskutieren. Kritik üben.

 

Los geht es am Mittwoch, 09.11.11.  Ort und Zeit wird rechtzeitig bekannt gegeben.

 

Hier geht es zum vorläufigen Programm.

Zum Elend des linksdeutschen Feminismus

1 Nov

Während etwa  Terres des femmes  für einen Universalismus im Feminismus einsteht und damit für das selbstbestimmte und freie Leben von Mädchen und Frauen weltweit uneingeschränkt kämpft und so exemplarisch für die zweite Welle der Frauenbewegung steht, in der noch reale Unterdrückung Ausgangspunkt politischen Handelns ist, haben die Jünger etwa einer Judith Butler, die ideologisch expandierten und als Intersektionalitätsanalysen ihren Karneval der Identitäten und Kulturen abfeiern, oder etwa politisch für Quotenregelungen und Reformismus, sprachlich für Gender Gap, poststrukturalistischen Jargon und andere Verunstaltungen an der Sprache stehen, theoretisch Turnübungen im Diskurs anbieten und dabei Begriffe wie Macht, Diskurs, Performativität, Dekonstruktion, usw. maximieren, in ihren Texten Gender-Tuning betreiben, oder ästhetisch für Hässlichkeit und Drag eintreten, jeglichen Anspruch an politische und menschliche Emanzipation (nach Marx)  in der Wirklichkeit aufgegeben.

Dafür steht unmissverständlich der linksdeutsche Feminismus, der permanent die Frage aufwirft,

warum es immer wieder linke, sich mitunter feministisch nennende Frauen sind, die ihre moralische Verwahrlosung offen zur Schau stellen, indem sie feinfühligstes Verständnis für gröbsten Frauenhass im Islam aufbringen, Kopftücher als Selbstbestimmungsutensil verklären oder Islam-Kritiker als Rassisten denunzieren und damit in jedem Fall das Recht und die Möglichkeit der Befreiung aus islamischen Fängen dementieren.

 

Erfreulich dann, wenn es muslimisch sozialisierte Frauen mit eigener Anstrengung schaffen aus den Fängen des islamischen Patriarchats zu flüchten, und mit Freude die Freiheiten, die einer westlichen Frau mit größter Selbstverständlichkeit zustehen, genießen. Dafür steht die Geschichte von der dreiundzwanzigjährigen Betül.

 

 

Straflust und Inquisition im Havanna8

26 Okt

Die gute Nachricht des gestrigen Abends:

Die Veranstaltung mit Thomas Maul fand störungsfrei statt. 70 Personen folgten der Einladung und nutzten die Gelegenheit zur Diskussion. Danke noch einmal für das zahlreiche Kommen. Danke an den Saalschutz.

 

Die schlechte Nachricht des gestrigen Abends: Straflust und Inquisition im Havanna8

Im Havanna8 ging gutes Weinglas zu Bruch. 2 Hausverbote wurden erteilt. Eine Begründung der Hausverbote wurde verweigert. Die Lust am Strafen versprach dem inzwischen zur Dorfkneipe verkommenen Havanna8-Kollektiv totale Lustbefriedigung. Der absehbare Niedergang einer einst antideutschen Kneipe und der Übergang zur Kinderinquisition wirft mehr Fragen auf als der gesunde Menschenverstand verträgt. Zynisch klingt dann der Anspruch des Havanna8. Im Selbstverständnis ist zu lesen:

Da an Entscheidungsprozessen jede_r teilnehmen können soll, kommt es natürlich häufig zu Konflikten, da sich die individuellen Bedürfnisse und Vorstellungen der einzelnen oft erheblich voneinander unterscheiden. Unser Anspruch ist es, trotz aller Unterschiede zu Entscheidungen zu kommen mit denen jede_r leben kann. Es ist ein Versuch Auseinandersetzungen innerhalb des Kollektivs als produktive Chance zu nutzen und Unterschiede auch anerkennen zu können.
Diese persönlichen und inhaltlichen Auseinandersetzungen sind sowohl Anstoß für individuelle Veränderungen als auch notwendig für eine Weiterentwicklung kollektiver Ideen. „Kollektiv“ ist für uns kein starrer Begriff, sondern verlangt danach, ständig überdacht und aktuellen Diskussionen und Verhältnissen angepasst zu werden.

(Quelle)

Mit willkürlichen Hausverboten ohne Begründung löst das Havanna also “Konflikte” und vermeidet die Diskussion. Sind da etwa die Argumente ausgegangen, existierten sie überhaupt einmal?

Wer will da noch das Havanna retten?

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