25.10.2011: Vortrag und Diskussion mit Thomas Maul

8 Okt

Sex und Scharia – Zur Psychopathologie linksfeministischer Islamnähe
Vortrag und Diskussion mit Thomas Maul (Berlin)
Dienstag, 25.10.2011, 19 Uhr, in Marburg an der Lahn (Der Veranstaltungsort wird in Kürze bekannt gegeben).

Im Juni dieses Jahres sollte Thomas Maul im Hörsaalgebäude, Raum 113, der Philipps-Universität in Marburg zum Thema „Sex und Scharia. Zum Geschlechterverhältnis im Islam“ sprechen. Thema des Vortrags wäre die Bedeutung der klassischen Sexualpolitik des Islam für den gegenwärtigen Suizid- und Tugendterror gewesen. Es sollte aufgezeigt werden, dass die islamische Gemeinschaft durch einen traditionellen Phallozentrismus konstituiert ist, dessen Virulenz den Juden-, Frauen- und Schwulenhass im ordinären Alltagsislam fortwesen lässt. Mit Thomas Mauls Analyse der libidinösen Verfasstheit des Subjekts und seiner Kritik islamischer Herrschaft wäre zur Abwechslung auch an der Marburger Universität etwas anderes geschehen als soziologisches Fliegenbeinchenzählen oder vulgärmarxistisches Ideologisieren. Nämlich kritische Theorie, deren Element die Freiheit und deren Thema die Unterdrückung ist. Doch es sollte nicht sein. Am Abend der Veranstaltung ist es der örtlichen Linksfeministen- und Antirassistenszene gelungen, die Veranstaltung durch Türblockaden und ausdauerndes Lärmen  zu unterbinden. Die mehrheitlich jungen Studentinnen benahmen sich während ihrer Störaktion nicht nur wie besoffene deutsche Touristen auf südlichen Ferieninseln, sie sahen auch so aus. Das Flugblatt, das sie mitführten, trug die Überschrift „Die Bockwurstparty ist vorbei!“ und war der schriftliche Teil des Versuchs, dem denunziatorischen Zirkus gegen Thomas Maul einen anti-deutschnationalen Anstrich zu geben. Deutscher als jede Bockwurst es je wird sein können, war am besagten Abend jedoch einzig und allein die triumphale Inszenierung der antiautoritären Antisexismusgemeinde, die in bester neudeutscher Tradition vor und im Raum 113 des Hörsaalgebäudes ihren Gefühlen freien Lauf  ließ: wütend, authentisch und unzivilisiert: „Das Fleisch braucht Lebensraum, die Nähte platzen. Die Antwort der Mode auf dieses neue Körpergefühl ist der Schlabber-Look. Manche ziehen sich einfach aus. Da stehen sie nun, nackt, rundlich, konturenlos, viel zu groß, wie Riesenbabys: Jungdeutschland, die eben wiedergeborene Nation.“ (Wolfgang Pohrt)

Die Marburger Riesenbabys unterscheiden sich hinsichtlich des feministischen Auftrags von ihren Vorgängerinnen, die Wolfgang Pohrt im Blick hatte, als er gegen die ersten Frauen- und Friedensbewegungswellen im postnazistischen Deutschland polemisierte,  lediglich dadurch, dass die Gleichberechtigungs-Forderungen von damals größtenteils verwirklicht sind, weswegen die Feministinnen von heute ideologisch expandieren mussten. Das Resultat kann man als Antirassismus bestaunen, wenn zur Islamverteidigung gerufen wird, man kann es als Antikapitalismus bestaunen, wenn die Verteidigung kollektiver Versumpfungen als  Freiraumforderungen daherkommen und man kann es als bloße Skurrilität etwa dann bestaunen, wenn  junge Damen mit angemalten Bärten in unförmigen Minikleidchen zum so genannten Slutwalk schreiten und das Recht auf Hässlichkeit einfordern.
Auf der kommenden Veranstaltung wird es nicht in erster Linie darum gehen, den schlechten Geschmack und die provinziellen Neigungen deutscher Frauen im Allgemeinen und linker deutscher Frauen im Besonderen zu diskutieren. Gleichwohl wirft die Physiognomie des linksdeutschen Feminismus die Frage auf, warum es immer wieder linke, sich mitunter feministisch nennende Frauen sind, die ihre moralische Verwahrlosung offen zur Schau stellen, indem sie feinfühligstes Verständnis für gröbsten Frauenhass im Islam aufbringen, Kopftücher als Selbstbestimmungsutensil verklären oder Islam-Kritiker als Rassisten denunzieren und damit in jedem Fall das Recht und die Möglichkeit der Befreiung aus islamischen Fängen dementieren. Dass selbsternannte Feministinnen die gewaltsame Unterdrückung von Frauen im orientalischen Gewandt mittragen, während beim leisesten Anmach- oder Widerspruch, dem gewöhnlichsten Blick oder dem seltenen Sexangebot im eigenen Lebenskreis die patriarchal-sexistische Grenzüberschreitung halluziniert wird, kann mit der Schlichtheit und Bigotterie linker Weltanschauungen allein nicht erklärt werden. Die kalte Offenheit, mit der man dem Islam begegnet, basiert auf dem totalen Friedensversprechen, das die „dümmste aller Religionen“ (Michelle Houellebecq) den libidinös und sozioökonomisch Überforderten in aller Welt feilbietet. Die linksfeministische Islamnähe unterscheidet sich kaum von der allgemeinen Islamseligkeit. Was immer mehr Menschen am orientalischen Glauben lockt, ist sein antiwestliches Programm. Die handreichenden Gehorsamsverbindlichkeiten und überschaubaren Handlungsanleitungen versprechen Rundumversorgung und Seelenfrieden in einer permanent überfordernden Welt. Gegen die Verderbtheit der Zivilisation stehen die Untergebenen Allahs für Lasterlosigkeit, Gemeinschaftsgefühl und Bestrafungssinn. Eine Welt ohne triebhafte Verlockungen, sexuelle Konkurrenz und individuelle Eitelkeiten, eine Welt  in der man einfach nur lieb zueinander ist, wo nichts mehr lockt und nichts mehr anstrengt, eine solche Welt sucht das antisexistische Bedürfnis und glaubt, sie im Islam zu finden.

Dass gerade das Körperliche und Sexuelle überfordert, ist keine Erfindung linker Frauen, sondern eine kapitalimmanent gesellschaftliche Tendenz. In der postfordistisch organisierten Produktionsweise in den westlichen Gesellschaften des gegenwärtigen Kapitalismus, in der sich ein Strukturwandel des variablen Kapitals vollzogen hat, in der immer mehr Menschen mit Menschen statt an Maschinen arbeiten, ist die  „ganze Persönlichkeit“ entscheidende Produktivkraft. Der Lohnarbeiter, gleich welchen Geschlechts, sieht sich damit konfrontiert, seinen Körper, seine Gefühle und seine Sprache marktkompatibel zu disziplinieren und anzubieten. Körperlichkeit und sexuelle Attraktivität haben inmitten der warenästhetischen Verfasstheit der kapitalistischen Gesellschaft funktionalen Charakter. Demnach ist Sex gesund, diszipliniertes Maßhalten zeugt von Charakterstärke und hübsches Auftreten in Kombination mit schlagfertigem Sprechen wirkt beim Vorstellungsgespräch ebenso wie in der ausgeweiteten Kampfzone, in der nach Feierabend die narzisstischen Gratifikationen fürs frisch-fröhliche Weitermachen eingesammelt werden. Weil die Subjekte natürlich nicht so stabil sind, wie die Werbefiguren, denen sie nacheifern, sondern selbst mit teuren Aktenkoffern ziemlich verunsichert, verloren und einsam durch die Welt irren, herrschen trotz kulturindustrieller Dauerbespaßung permanente Überforderung und chronische Angst, in deren Folge sie massenhaft krank oder depressiv werden. Ein Antidepressivum, insbesondere für die an Esoterik und Gemeinschaft Interessierten, ist der Islam. Sein Anti-Individualismus, bietet Stammplatzgarantie in Gebetsmeute und Familienbande.
Die naturgemäß auf das Sexuelle abonnierte Antisexistin verspricht sich von der islamischen Lebenswelt Freiheit von Sexualität und Freiheit von der Anstrengung der Lust, die mit ihr zusammenhängt. Wie der antiwestliche Islam sucht auch der Antisexismus die eigene Unzulänglichkeit bei der Bewältigung der triebökonomischen Ambivalenz des nachbürgerlichen Individuums durch übersexualisierende Desexualisierung aufzuheben. Die antisexistische Rebellion, die sich gegen das Käufliche, Schöne und Sinnliche richtet, steht in der deutschen Tradition des antibürgerlichen Glücksverrats und der ätzenden Utopielosigkeit dieses Bauernvolkes, das mit der Bauernreligion des Islam die Auffassung teilt, dass das Heil im Elend liege. Dort, wo man nur Rachsucht, aber keine Sehnsucht kennt, gilt Verführerisches als nuttig, Anmut als uneigentlich und Schönheit als Gefahr, die es abzuwenden gilt „[…] hier zwingen die Mullahs den Frauen Kopftuch und Mantel auf, da gelten den Antisexisten unförmige Hosen und Kapuzenpullis als adäquater Ausdruck einer Gesinnung, die Feminismus mit Hass auf Schönheit, Sinnlichkeit und Darstellung von Sexualität verwechselt; Frauen, die mit ihren körperlichen Reizen zu spielen gedenken, erscheinen hier als Huren und da als Verräterinnen.“ (Thomas Maul)
Im Anschluss an den Vortrag wird die Möglichkeit bestehen, die skizzierten  Thesen zu diskutieren. Die Veranstaltung findet nicht in Kooperation mit der Universität oder universitären Gruppierungen statt. Gerade an Orten wie Marburg, wo neben dem Kontrollmechanismus, der eine Universität ist, zusätzlich  jene Kontrollmechanismen greifen, die  linke Berufsideologen überwachen, hat sich Ideologiekritik gegen die alten und neuen Wutbürger zu positionieren. Das ideologische Mistfeld, das von trostlosen Linksradikalengrüppchen über die linke Fachschaft bis zum Universitätskanzler Friedhelm Nonne gleichermaßen befruchtet wird, ist die Grundlage für jene Denkfeigheit und Kritikunfähigkeit die in Marburg allerorts anzutreffen ist. Kritik hier geht nur als Kritik des linken Muffs. Wer Interesse an Kantischen Basisbanalitäten hat, daran nämlich, dass die Fähigkeit und der Mut jedes Einzelnen, sich seines Verstandes zu bedienen, nicht automatisch vom Stumpfsinn der lokalen Lebensweise und vom Gesinnungsterror der örtlichen Rollkommandos kassiert werden, der sei hiermit herzlich eingeladen: Zur Kritik der in Marburg herrschenden jung- und neudeutschen Ideologie.

Veranstalter:

Gruppe Morgenthau
http://www.morgenthau.tk/

Marburger Zustände
https://marburgerzustaende.wordpress.com/

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3 Antworten to “25.10.2011: Vortrag und Diskussion mit Thomas Maul”

  1. rosa marie li Oktober 26, 2011 um 2:00 pm #

    Thomas Maul war provokant, polemisch, intelligent und hatte genau das Format von Einspruch und Weckruf, den eine in Sachen Islam völlig verblödete Linke wohl ebenso braucht wie bürgerliche Elitefeministinnen, um zu begreifen, dass Menschenrechte universal sind und nicht nur weißen westlichen Menschen vorbehalten.
    Kompliment und Dank an die Organisatoren und an Thomas Maul! :))

Trackbacks/Pingbacks

  1. Vortrag: Sex und Scharia – Zur Psychopathologie linksfeministischer Islamnähe | Jihad Watch Deutschland - Oktober 10, 2011

    […] Minikleidchen zum so genannten Slutwalk schreiten und das Recht auf Hässlichkeit einfordern. Mehr… marburgerzustaende Gefällt mir:LikeSei der Erste, dem dieser post gefällt. Dieser Eintrag wurde […]

  2. Thomas Maul und der Feminismus « Gedankensplitter - Januar 7, 2013

    […] an der Uni Marburg stattfinden. Der Vortrag wurde nach Protesten der Linken zuerst abgebrochen und später in Berlin wiederholt. Er kann hier nach gehört werden: […]

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