Ein Volk, ein Reich, eine Familie – 24.05.12

28 Apr

Ein Volk, ein Reich, eine Familie
Die Familie Martin Walser und ihre Versuche, Kritik zu kriminalisieren und den Kritiker mundtot zu machen

Veranstaltung mit Carl Wiemer

Donnerstag, 24.05.12, 19 Uhr

Raum G00039 in der Philosophischen Fakultät der Universität Marburg
In seiner Dokumentarkomödie ‚Der Literaturverweser’ (Edition Tiamat 2010) hat Carl Wiemer Martin Walser und seine Töchter als prototypische Produkte des deutschen Kulturbetriebs gezeichnet, in dem inzestuöse Borniertheit, künstlerische Inferiorität und ein unbelehrbarer Antisemitismus stets für preiswürdig gehalten werden.

Daneben begleitete er zwei Jahre lang die öffentlichen Auftritte Martin Walsers und seiner Tochter Alissa mit Aufklärungsmaterialien, die er bei deren Lesungen unters Publikum brachte. Seitdem wird er von der Familie Walser mit einer Flut von Unterlassungserklärungen, einstweiligen Verfügungen, Zivil- und Strafprozessen eingedeckt, die den Zweck verfolgen, Kritik zu kriminalisieren und den sie übenden Kritiker mundtot zu machen.

In seinem Vortrag schildert Carl Wiemer die gegen ihn gerichteten Versuche der Familie Walser, ihre Lebens- und Geschichtslügen juristisch sanktionieren zu lassen. Diese Lebens- und Geschichtslügen korrespondieren auf frappierende Weise mit jenen der deutschen Nation, was insofern nicht wunder nimmt, als von den Walsers zwei der glorreichsten deutschen Traditionen verkörpert werden, nämlich der Antisemitismus durch das NSDAP-Mitglied Martin Walser und das Denunziantentum durch seine Tochter Alissa und deren Ehemann, den STASI-Spitzel Sascha Anderson.

Außerdem geht es um die Analyse des hiesigen Kulturbetriebs als branchentypischer Gestalt eines Rackets, als deren kleinste Gestalt die Familie firmiert, während seine aggressivste Form die Nation darstellt. Nicht zufällig hat Walser die Nation stets als Großfamilie konzipiert. Das deutsche Kulturracket bringt folgerichtig den Typus des Staatsschriftstellers hervor, der sich nicht nur von staatlichen Zuwendungen nährt, sondern auch keinen Moment zögert, die staatlichen Vollzugsorgane Polizei und Justiz einzuschalten, um gegen seinen letzten Feind, den freien Autor, vorzugehen. Der Staat, der nicht umsonst allseits als Vater imaginiert wird, soll seine Polizeikräfte mobilisieren, um jene Rolle einzunehmen, die Papa Martin für seine talentfreien Töchter zeitlebens gespielt hat.
Nichts widerspricht dem Geist der Literatur mehr als die Walsersche Vorstellung, dass die Literatur ein in Erbfolge zu führender Familienbetrieb sei, in dem die Herkunft alles und die Texte nichts zählen.

Carl Wiemer, geboren 1964, lebt bei Hamburg und in Mandello del Lario. Veröffentlichungen u.a. in »Merkur« und »Giornale della Filosofia«, jungle world, Bahamas.

Letzte Buchveröffentlichung:

»Krankheit und Kriminalität. Die Medizinkritik der kritischen Theorie« (ca-ira, Freiburg 2001).
http://www.ca-ira.net/verlag/buecher/wiemer-krankheit.html

»Der Literaturverweser« (edition tiamat, Berlin, 2010)
http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=der+literaturverweser&source=web&cd=1&ved=0CCcQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.edition-tiamat.de%2FGesamtverzeichnis%2Fcritica%2520diabolis%2F171-180%2Fwiemer_literaturverweser.html&ei=LG-BT96kFIjc4QSc45m1Bw&usg=AFQjCNFEbOX54iFyHLXBM2I2AnpF3XtHKQ

Veranstalter:
Marburger Zustände
AG Gesellschaftskritik
Linke Fachschaft 03

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Eine Antwort to “Ein Volk, ein Reich, eine Familie – 24.05.12”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Raum steht fest « Marburger Zustände - Mai 10, 2012

    […] Veranstaltung “Ein Volk, ein Reich, eine Familie” mit Carl Wiemer findet im Raum G00039 in der Philosophischen Fakultät […]

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