Jour Fixe

Was ist Jour Fixe? 

In regelmäßigem Abstand will die Jour-Fixe-Reihe von Marburger Zustände in Marburg ein Format schaffen, um neben dem sonst tristen Alltag aus Arbeit und Studium kritischem Denken Raum und Zeit geben zu können.

Lesen. Filme schauen. Diskutieren. Kritik üben.

PROGRAMM

HERBST / WINTER 2011/12


Was ist Kritik?

Mittwoch, 09.11.2011

Kritik galt einst als der „Kopf der Leidenschaft“ (Marx). Im neuen Deutschland allerdings geht die Empörung der Wutbürger Hand in Hand mit der zutiefst „deutschen Kritikfeindschaft“ (Adorno); was kein Grund zur Überraschung ist, bringt doch jede Generation ihre Protestkultur hervor, stets als konformistische Rebellion gegen Verhältnisse, die zu kritisieren jedoch eine Ahnung dessen voraussetzt, was Kritik zu üben heißt.

Textgrundlage u.a. :

Dirk Braunstein: Kritik üben. In: Kettner; Mentz (Hg.): Theorie als Kritik.

Theodor W. Adorno: Kritik. In: GS 10.2

Elend des Antirassismus

Mittwoch, 23.11.11

Achtung! Neuer Termin: Mittwoch, 07.12.11

„Nichts zeugt so sehr vom Bankrott der Linken wie das, was aus ihrem Rassismusbegriff geworden ist. Die Kritik des Rassismus meinte einmal die Kritik jeder Borniertheit. Der Rassismus wurde begriffen als Anschlag auf die Idee einer befreiten Menschheit, die ihre Geschicke selbst in die Hand nimmt und die Gesellschaft nach vernünftigen Maßstäben einrichtet. Was heute unter „Antirassismus“ verstanden wird, ist genau das Gegenteil jener Kritik: Parteinahme für jede mögliche Barbarei, wenn sie sich nur das Etikett „Kultur“ aufkleben kann. (…) „Antirassismus“ heißt heute, den Menschen, die in islamischen Ländern bzw. Communities leben müssen, ins Gesicht zu spucken. Nach Meinung der linken „Antirassisten“ haben sie nichts anderes verdient als den Islam.“ (kosmopolitbüro)

Textgrundlage u.a. :

Clemens Nachtmann: Rasse und Individuum. In: Bahamas. Nr. 58

Café Critque: Islamkritik und Politik im Namen des Volkszorns.

In: Bahamas Nr. 56

Die Sprache lügt nicht Die Tagebücher von Victor Klemperer. DOKU

Termin offen.

Von 1933 bis 1945 führte der deutsche Schriftsteller Victor Klemperer ein ungewöhnliches Tagebuch. Gegenstand war die Sprache des Dritten Reiches, „Lingua Tertii Imperii“ nannte er sie. Leidenschaftlich notierte er jede neue Redewendung, die ihm begegnete, von den Stammtisch-Witzen bis zu den Anleihen aus dem Technik- Jargon, Boxsport und Werbung. Vornehmliches Ziel Klemperers war es, Zeugnis abzulegen von der Verunglimpfung der deutschen Sprache durch die Nazis. (ARTE)

Wut, Hass und Zorn. Konformistische Rebellion, anti-autoritäre Rachsucht und das Seelenleben der Gut- und Wutbürger im Deutschland 21

Termin offen

Ankündigungstext folgt…

Textgrundlage u.a. : Freud, Sigmund: Massenpsychologie und Ich-Analyse. In: ebd. SF Studienausgabe Bd.9 Adorno, Theodor W.: Studien zum autoritären Charakter. Pohrt, Wolfgang: Der Weg zur inneren Einheit. Elemente des Massenbewusstseins. Radonic, Ljiljana: Psychopathologie der Normalität.

Eine Antwort to “Jour Fixe”

Trackbacks/Pingbacks

  1. Jour Fixe – Reihe « Marburger Zustände - November 2, 2011

    […] Jour Fixe […]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: